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Yellowstone

Kulturerbe der Menschheit
Der Yellowstone Park liegt im äußersten Nordwesten Wyomings und umfasst etwa 9.000 qkm vulkanische Landschaft. 1978 wurde er  von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Zusammen mit dem südlich gelegenen Teton National Park bildet er die etwa 36.000 qkm große Yellowstone Area, die als das größte intakte Ökosystem der gemäßigten Breiten gilt. Im Zentrum des Parks erhebt sich das gut 2.100m hohe Yellowstone-Vulkan-Plateau. Darüber thront mit 3.122m der gigantische Mount Washburne als höchster Gipfel. In der Nähe des Plateaus befinden sich die versteinerten Wälder der Specimen Ridge und die über 30 km lange Schlucht des Grand Canyon of the Yellowstone, deren gelb-orange Färbung dem Nationalpark seinen Namen gab. Im Südosten des Parks breitet sich der größte Hochlandsee der USA aus. Der Yellowstone-See erstreckt sich über die beeindruckende Fläche von 360 qkm.

Farbenvielfalt in dampfenden Quellen
Die Entstehung der Vulkanlandschaft im Nationalpark begann vor ungefähr 600.000 Jahren. Als Vulkane noch mehr als 1000 Kubikmeter flüssiges Gestein in die Luft schleuderten, bildete sich ein großer Einsturzkrater. Der Krater füllte sich im Laufe der Jahrtausende wieder mit Lava, wodurch das heutige Yellowstone-Vulkan-Plateau entstand. Die letzten Lavaströme versiegten zwar vor 60.000 Jahren, jedoch bewegt sich hier heutzutage immer noch die Erde. Knapp sechs Kilometer unter der Erdoberfläche befindet sich ein so genannter Hot Spot, ein lokal begrenztes Gebiet hoher Wärmeströmungen. In diesen Magmakammern wird das durch das Gestein versickerte Regenwasser so stark erhitzt, das es in Form von heißen Quellen, Geysiren oder Dampfausströmungen, so genannten Fumarolen wieder aus dem Boden austritt. Zu den beeindruckendsten Heißwasser-Phänomenen des Nationalparks gehört der Old Faithful Geysir, der alle 60 bis 80 Minuten eine 40 Meter hohe Fontäne ausstößt. Außerdem das Norris Geysir Basin, wo unregelmäßig die Steamboat-Fontäne als höchster Geysir der Welt austritt und das besonders farbenfrohe Midway Geysir Basin. Die bunte Färbung der heißen Quellen entsteht durch die Kleinstlebewesen, die in dem unterschiedlich heißen Wasser leben. Das noch kochende Zentrum erscheint durch die hier vorhandenen fadenförmigen Bakterien blau, weiter außen ist das Wasser nur noch 70 Grad Celsius heiß und durch eine Algenart gelb-grün eingefärbt. Am äußersten Rand, wo die Quelle auf etwa 60 Grad Celsius abgekühlt ist, sorgen andersfarbige Algen und Bakterien für eine orange Färbung.

Sightseeing auf der Grand Loop Road

Über 500 Schwarzbären und mehr als 200 Braunbären sind eine weitere Attraktion des Nationalparks. Außerdem leben hier zahlreiche Rothirsche, Elche und Bisons. An den Wasserläufen trifft der Besucher unter anderem auf Biber und die seltenen Trompeterschwänze, die hier beheimatet sind. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten des Yellowstone-Parks werden durch die Grand Loop Road erschlossen. Insgesamt führen rund 600 km asphaltierte Straße und fast 2000 km Wanderwege durch das Gelände. Im Park gibt es elf Campingplätze und neun Hotels bzw. Lodges. Die bei den fünf Eingängen zum Nationalpark gelegenen Orte bieten weitere Übernachtungsmöglichkeiten.

Mahnmale der Vergänglichkeit
In dem Örtchen Mammut Springs steht das gut erhaltene Fort Yellowstone. Von hier betreute die US-Armee ab 1886 den Nationalpark, kümmerte sich um Belange der Touristen und verhinderte die Wilderei. Erst 1916 wurde die Armee durch die neu gegründete Parkverwaltung abgelöst. Ein kurzer Fußweg führt zum markanten Liberty Cap. Der elf Meter hohe Sinterkegel einer ausgetrockneten heißen Quellen steht am Fuße der Minerva Terrace und markiert den Beginn einer Wanderung durch die Wunderwelt der Mammoth Hot Springs, wo über einen langen Zeitraum Kalkablagerungen des heißen Quellwassers märchenhafte Travertinterrassen mit zartumkrusteten, pastell- und türkisfarbenen Teichen hinterlassen haben. Permanent rinnt ein ruhiger, kalkhaltiger Wasserstrom über den Abhang, und sucht sich immer neue Wege. Er umschließt Bäume und lässt deren Stämme wie Mahnmale ihrer Vergänglichkeit aus den Kalksteinbecken herausschauen. Obwohl die thermalen Aktivitäten und der Wasserfluss insgesamt über die Jahre hinweg relativ konstant geblieben sind, ändert sich nirgendwo im Nationalpark die Landschaft schneller als an den Mammoth Hot Springs. Während Canary Spring in den tollsten Farben schimmert, ist die Minerva Terrace vollständig ausgetrocknet, und was im Wasser pastellfarben schimmerte, wirkt ausgetrocknet nur blassgrau und leblos.

Typisch "western"
Kurz vor Tower-Roosevelt empfiehlt sich ein Abstecher zum Petrified Tree. Der versteinerte alte Baum hatte bereits mehrere hundert Jahre auf dem Buckel, ehe er vor rund 50 Millionen Jahren, so wie er stand von vulkanischer Asche begraben und für die Nachwelt konserviert wurde. Tower-Roosevelt ist das ruhigste der touristischen Zentren im Nationalpark. Hier findet man rustikale Blockhütten aus den 20er Jahren und ein Restaurant, das ein ausgezeichnetes Barbecue anbietet. Gerade zu typisch "western" sind Ausritte in die umgebende Wildnis und ein abendliches "Old West Cookout" am Planwagen.

Panoramablick auf tosende Wasserfälle
Knapp vor seiner Mündung in den Yellowstone River stürzt sich der Tower Creek in einem 40 Meter hohen Wasserfall zwischen eigentümlich geformten, braunen Basaltsäulen in die Tiefe. Sozusagen als Einstimmung auf die später folgenden höchsten Wasserfälle in Park kann man den kurzen Serpentinenweg zum Fuße des Tower Creek hinabwandern. Südlich der Tower Junction beginnt der Grand Canyon of the Yellowstone. Über eine Strecke von 30 km hat der Yellowstone River eine bis zu 360 m tiefe Schlucht in den "gelben Stein" gefressen. Seine Farbe erhält das oben noch graue, leicht pink-lavendelfarben getönte Gestein, das nach unten immer gelblicher wird, von Eisenbestandteilen in unterschiedlichen Mengen. Bekanntester und spektakulärster Teil des Grand Canyon of the Yellowstone sind die beiden Wasserfälle am Ausgangspunkt der engen Schlucht. Nur ein Kilometer trennt die Lower Falls, die mit 94 Meter höchsten Wasserfälle des Parks, von den 33 Meter hohen Upper Falls. Direkt am panoramareichen North Rim Drive, einer Einbahnstraße entlang dem Nordrand, erreicht man einige phantastische Aussichtspunkte. Ein malerischer Blick in die beeindruckende Schlucht sowohl flussauf- wie flussabwärts bietet der Grandview Point. An einigen Stellen treten heiße Dämpfe aus den Canyonwänden aus. Dies ist ein sichtbares Zeichen für die unentwegte Aktivität im Erdinneren. Das beste Panorama über die Lower Falls bietet sich dem Parkbesucher vom Lookout Point und insbesondere von dem etwas tiefer gelegenen Red Rock Point. Beide verbindet ein 3000 Meter langer Wanderweg. Doppelt so lang ist der ebenfalls gut ausgebaute Brink of the Lower Falls Trail, der direkt zum oberen Rand der glasklaren Lower Falls führt. Am Südrand der Schlucht, den man über den South Rim Drive erreicht, gelangt man schnell zum Aussichtspunkt auf die Upper Falls. Am selben Parkplatz beginnt auch der ein Kilometer lange Uncle Tom's Trail. 160 Meter tiefer steht man schließlich den tosenden Wassermassen der Lower Falls gegenüber. Zweifellos der Höhepunkt auf der Südseite der Schlucht. Als letzter am South Rim Drive erlaubt der dem Grandview Point gegenüber gelegene Artist Point einen exzellenten Ausblick in beide Canyonrichtungen.

Vorsicht: Bisons überqueren die Straße!
Ein erneuter, beeindruckender Szenenwechsel folgt. Weit, flach und grün breitet sich das aus dem Bett eines eiszeitlichen Sees entstandene Hayden Valley aus, durch das der Yellowstone River friedvoll fließt. Am späten Nachmittag ist das marschige Land an den Flussschlingen der beste Ort für Tierbeobachtungen. Insbesondere Bisons lieben die saftigen Wiesen beiderseits der Straße- und die alltäglichen Verkehrsstaus künden es auch schon weitem an: Vorsicht! Bisons überqueren die Straße! Vor der Ankunft der ersten Siedler aus Europa streiften rund 60 Millionen dieser mächtigen Tiere über die Prärien. Um den Indianern ihre Lebensgrundlage zu nehmen, wurden die Bisons so gnadenlos abgeschlachtet, dass Ende des 19. Jahrhunderts nur noch 1.000 Tiere übrig blieben. Die Geschichte fand jedoch noch eine relativ glimpfliche Wendung, als einige verständige Ranger Bisons in ihre Obhut nahmen, und sich die Tiere wieder zu vermehren begannen. Heute existieren wieder viele Bisonherden, vor allem in den Naturparks im Westen. Die mit rund 3000 Tieren größte Bisonherde der USA lebt hier im Yellowstone Park.

In der Hexenküche von Mutter Natur
Anrüchige Schwefeldämpfe verkünden die Nähe des Mud Volcano, und eben dieser Schwefel ist auch für die gelbe Farbe verantwortlich. Durch schwefelige Säuren aufgelöste Gesteine vermischen sich mit dem Wasser zu geheimnisvoll und dumpf blubbernden, dickflüssigen mud pots, den "Schlammtöpfen". Auf einem ein Meter langen Holzsteg kann das thermisch aktive Areal überquert werden, und man kann einen Blick auf den tosenden siedenden Brei werfen, dessen Geräusche an eine Waschmaschine im Hauptwaschgang erinnern. 

Nur kein Futterneid!
Bei Fishing Bridge fließt der Yellowstone River aus dem Yellowstone Lake heraus. Die 1937 erbaute Brücke galt Jahrzehnte lang als eine der populärsten Stellen zum Forellenangeln. Auch unter Grizzlybären war sie sehr beliebt, was zwangsläufig zu Konflikten zwischen Mensch und Meister Petz führte. Seit 1973 ist das Angeln für Menschen verboten. Ein kleiner Ersatz dafür ist vielleicht, dass man zwischen Juni und Juli in den Stromschnellen flussabwärts die laichenden Forellen beobachten kann. Ein besonders guter Beobachtungspunkt ist an den Le Hardy Rapids denn hier springen die Forellen besonders hoch.

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