Der Canyonlands Nationalpark
Der 1964 gegründete Canyonlands Nationalpark hat eine beeindruckende Gesamtgröße von rund 1.400 qkm und liegt im Südosten des Bundesstaates Utah. Wie der Name schon sagt, besteht das Gelände des Nationalparks aus Canyons. Diese tiefen und steilwandigen Flusstäler grenzen eine riesige, zerfurchte und größtenteils unberührte Wüstenhochebene ein.
Faszinierende Felsenmalereien
Der Canyonlands Nationalpark schützt eine farbenprächtige Landschaft, die sich aus hunderten Canyons, riesigen Tafelbergen, fast tausend bis zu 100 m hohen Steinsäulen und –nadeln sowie einer Vielzahl von Plateaus und Hügeln, die vom Colorado River und seinen Nebenflüssen geformt wurden, zusammensetzt. Die Wüstenhochebene des Nationalparks besteht zum größten Teil aus 155-300 Millionen Jahre alten, horizontalen Sandsteinschichten. Unzählige Höhlenmalereien und Überreste von Höhlenbauten längst vergangener Kulturen gehören ebenfalls zur Schatzkammer dieses Nationalparks. Der Colorado und der Green River teilen das Parkgebiet in vier Einheiten: „Island In The Sky“-Distrikt, „The Needles“-Distrikt, „The Maze“-Distrikt und die beiden Flüsse selbst. In allen Einheiten herrscht Wüstenatmosphäre jedoch hat jeder Bereich seine ganz eigenen kulturellen und naturkundlichen Besonderheiten. Eine sehr kurvige Strasse führt zu dem weit im Norden liegenden „Island In The Sky“-Distrikt. Die Straße führt an Aussichtspunkten vorbei, die Besuchern einen fantastischen Überblick über die form-und farbenreiche Bergwelt gewähren. Der „Needles“-Distrikt im Südosten des Parks ist bei Besuchern besonders beliebt, da hier die die meisten Aktivitäten angeboten werden. Eine befestigte Straße führt zum Campingplatz, der den Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen und Geländefahrten darstellt. Der dritte und am schwersten zugängliche Distrikt liegt im Westen des Nationalparks. Sein Name „The Maze“ bedeutet nicht zu Unrecht „der Irrgarten“. Diese wilde und abgeschiedene Region ist nur über eine schlecht ausgebaute Naturstraße zu erreichen. Die Straße darf nur mit geländefähigen Fahrzeugen befahren werden. Die vier Einheiten sind untereinander nicht durch Straßen verbunden. Der Weg zwischen zwei Einheiten kann deshalb schon mal zwei bis zu sechs Stunden in Anspruch nehmen. Im Nationalpark leben etwa 50 verschiedene Säugetierarten. Besucher werden jedoch meist nur Wüstenhasen und Erdhörnchen antreffen. Am häufigsten kommen neben diesen beiden Tierarten, Maultierhirsche, Bighorn-Schafe, Kojoten, Füchse, Luchse, Stachelschweine und Kängururatten im Parkgebiet vor. Außerdem sind hier Fledermäuse und trotz spärlicher Vegetation auch einige Vogelarten beheimatet.
Aktivitäten
Zu den beliebtesten Aktivitäten im Canyonlands Nationalpark gehören Wanderungen, Bootsfahrten, und Geländetouren durch das Backcountry. In allen drei Parkdistrikten stehen den Besuchern Wanderwege zur Verfügung. Am populärsten sind Wanderungen durch den „Needles“-Distrikt im Südosten des Parks. Auf ein-und mehrtägigen Wandertouren können hier die faszinierenden Sandsteingebilde besichtigt werden. Für geübte Wildniswanderer stellt das Labyrinth des „Maze“-Distrikts eine besondere Herausforderung dar. Auf den Routen durch die unberührte Wildnis ist es sehr wichtig, sich aufs Kartenlesen zu verstehen. Außerdem benötigen die Wildwanderer zunächst einen Geländewagen, um überhaupt in die Region zu gelangen. Private Unternehmen aus den umliegenden Orten organisieren und begleiten die Touren in die unterschiedlichen Distrikte.
Die Flüsse des Nationalparks sind bei Wildwasserfahrern äußerst beliebt. Sie befahren am liebsten die großen Stromschnellen des Cataract Canyon im Colorado River. Der Canyon liegt unterhalb des Zusammenflusses von Colorado und Green River im Südwesten des Nationalparks. Die insgesamt 25 Stromschnellen, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen, können nur von sehr erfahrenen Bootsnavigatoren ohne großes Risiko bewältigt werden. Die „White Water Permit“, wie die kostenlose Wildwasser-Bewilligung des Parks heißt, wird nur bei vorschriftsmäßiger Bootsausrüstung und nachgewiesener Erfahrung erteilt. Die komplette Strecke von Moab durch den Cataract Canyon bis zum Lake Powell dauert insgesamt etwa sechs Tage. In Moab gibt es private Unternehmen, die den Besuchern, die keine eigene Ausrüstung besitzen, in den Sommermonaten Schlafsäcke und spezielles Rüstzeug für die Wildwasserfahrten zur Verfügung stellen. Die ereignisreichen Wildwasserfahrten werden hier außerdem angeboten.
Die Stadt Moab, die östlich des Parkgebiets liegt, ist für viele Amerikaner das ultimative Off-Road- Eldorado. Der Canyonlands Nationalpark hat einige der schönsten Jeep-Routen des amerikanischen Südwestens zu bieten. Besonders reizvoll ist der, im nördlichen „Island In The Sky“-Distrikt liegende, etwa 140 km lange White Rim Trail. Die zweitägige Tour gilt als einfach und ist besonders bei Off-Road-Neulingen sehr beliebt. Mittelschwere Touren können im Needles-Distrikt und schwere im Maze-Distrikt gefahren werden. Wegen der hohen Belastung der die Jeeps in der wüstenhaften Region ausgesetzt sind, empfiehlt die Parkverwaltung, Touren in das Maze-Distrikt nur mit mindestens zwei Fahrzeugen zu unternehmen. Für alle Fahrten auf den Jeep-Pfaden ist zur Sicherheit der Besucher eine Registrierung bei der Parkverwaltung notwendig.
Besucherinformationen
Der Canyonlands Nationalpark ist das ganze Jahr über geöffnet. Hauptsaison ist zwischen März und Juni sowie zwischen September und November. Die nächst größere Stadt ist The Neck und liegt etwa 45 km vom Parkgebiet entfernt.
Klima
Im Nationalpark herrscht wüstenhaftes Klima. Vor allem im Spätsommer kommt es bei 13 bis 23 cm jährlichem Niederschlag besonders häufig zu Gewitterschauern. Im Sommer erreichen die Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius. Gelegentlich treten im Frühjahr Sandstürme auf, ansonsten ist es zu dieser Jahreszeit sehr angenehm. Dies gilt ebenso für den Herbst. Im Winter kann das Thermometer bis weit unter den Gefrierpunkt fallen, Schneefälle sind keine Seltenheit.
Camping/Hotels
Im „Island In The Sky“-Distrikt befindet sich der einfache Willow-Flat Campingplatz. Er verfügt lediglich über acht Einheiten und eine Trockentoilette. Hier gibt es kein fließendes Wasser. Im Südlichen Teil des „Needles“-Distriks befindet sich der Squaw-Flat Campground. Er verfügt über 31 Einheiten und Trockentoiletten. Auch hier steht den Besuchern kein fließendes Wasser zur Verfügung. Beide Plätze sind das ganze Jahr über geöffnet. Feuerholz ist nicht vorhanden. Besucher holen ihr Wasser bei der Rangerstation im „Needles“-Distrikt. Im „Maze“-Distrikt gibt es keine Campingplätze, dafür darf jedoch an geeigneter Stelle wild gezeltet werden. Besucher werden aufgefordert ihre Schlafplätze in der freien Natur sauber zu hinterlassen.
Innerhalb des Parkgebiets gibt es weder Unterkünfte noch Verpflegungsmöglichkeiten. In der Nähe des Eingangs am „Needles“-Distrikt können Besucher sich im Sommer mit einigen Lebensmitteln und Snacks versorgen. Motels, Lebensmittelgeschäfte und Restaurants befinden sich in den umliegenden Städten Moab und Moticello.
Anreise
Salt Lake City in Utah, Denver in Colorado und Grand Junction ebenfalls in Colorado verfügen über planmäßigen Flugverkehr, zahlreiche Autovermietungen und Busverbindungen nach Moab. Salt Lake City liegt etwa 400 km nordwestlich, Denver circa 610 km nordöstlich und Grand Junction rund 210 km nordöstlich von Moab entfernt. Der kleine Flughafen von Moab wird wöchentlich von Kleinflugzeugen angeflogen. In der Stadt können Allrad-und Geländefahrzeuge gemietet werden. Die Eingänge zu den drei verschiedenen Distrikten des Parks sind unterschiedlich weit von Moab entfernt. Bis zum Eingang des „Islands In The Sky“ sind es etwa 56 km, zum Eingang des „Needles“ rund 120 km und zum „Maze“ nur 24 km.
Besucherzentrum
Der Nationalpark besitzt kein eigenes Besucherzentrum. In der Parkverwaltung in Moab erhalten Besucher neben Informationen auch die benötigten Wildwasser- und Jeep- Bewilligungen. Das Besucherzentrum des Arches Nationalpark liegt nur acht Kilometer von Moab entfernt. In den drei Parkdistrikten: „Island In The Sky“-Distrikt, „The Needles“und „The Maze“befinden sich Rangerstationen.