Indiana Überblick
König Mais - die goldenen Felder von Indiana
Indiana, zentraler Nordstaat der USA, kann sich gleich zweier Spitznamen rühmen: woher die Namensgebung "Hoosier State" herrührt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass es sich um ein Grußwort der ersten Siedler handeln könnte - aus "Who's there" entwickelte sich im Laufe der Zeit ein "Hoosier". Der Begriff könnte aber auch von "husher" stammen, einer umgangssprachlichen Beschreibung für eine eher mundfaule, aber faustgewandte Person, die andere mittels Kraft ihrer Hände zum Schweigen bringt.
Der zweite Spitzname Indianas - "The crossroads of America" - ist wesentlich einleuchtender und quasi selbsterklärend, da der Nordteil des Staates mit seinem eng verknüpften Straßen- und Eisenbahnnetz zu den verkehrsreichsten Regionen innerhalb der Vereinigten Staaten gehört.
Landschaftlich ist Indiana geprägt von Tälern, unendlich scheinenden Maisfeldern, Gebirgsausläufern und weiten landwirtschaftlichen Nutzflächen. Inmitten dieser sanft geschwungenen Ebenen liegt Indianapolis, Hauptstadt (1,5 Mio. Einwohner), Verkehrsknotenpunkt und nationales Zentrum für Industrie, Handel und Kultur. Das Geschäftsviertel befindet sich im Herzen der Stadt, und der positive Wandel, der in den 1980er Jahren begann und sich im Wohlstand und dem Wachstum der Stadt ausdrückt, ist noch in vollem Gange. Der geräumige, tadellos gepflegte Stadtkern bietet Besuchern eine Fülle an Museen, sehenswerter Architektur, Kriegsdenkmälern und riesigen Sportstätten: anschauen sollte man sich auf jeden Fall das Eiteljorg Museum of American Indians and Western Art, das eine Sammlung kunsthandwerklicher Schätze der indianischen Ureinwohner zeigt. Der Indianapolis Zoo ist bekannt für seine einmalige Vielfalt an Walen und Delfinen. Ein Muss für Familien ist das Children's Museum of Indianapolis; das Indianapolis Museum of Art kann sich zu Recht seiner exzellenten Sammlung an Werken europäischer Künstler rühmen. Größte Attraktion der Stadt: Die Rennstrecke des "Indianapolis 500", dem weltweit ältesten und berühmtesten Autorennen. Das motorisierte Wettrennen, bei dem 500 Meilen zurückzulegen sind, lockt jedes Jahr tausende Besucher an. Kaum eine andere Sportveranstaltung bringt an einem Tag mehr Zuschauer zusammen. Rund 400 000 waren es voriges Jahr!
In der Nähe der Stadt Lafayette, etwa eine Autostunde von Indianapolis in nordwestlicher Richtung entfernt, liegt Wolf Park, wo sich Wölfe in freier Wildbahn tummeln. Auch wenn Sie keinen der Isegrims zu Gesicht bekommen - das charakteristische Heulen, das jedem Besucher durch Mark und Bein geht, kündet von ihrer Gegenwart.
Columbus und Bloomington sind zwei kleinere Städte, die einen Abstecher lohnen: Columbus birgt mit seinen öffentlichen und privaten Gebäuden wahre Schätze an architektonischen Meisterwerken, die zum Teil von weltbekannten Architekten entworfen wurden. Das lebendige und malerische Bloomington steht jedes Jahr im August mit seinem "Fourth Street Festival of the Arts & Crafts" im Mittelpunkt des touristischen Interesses - weitere Sehenswürdigkeiten hier sind die Bloomington Antique Mall, das Indiana University Art Museum und Lake Monroe, der sich südlich der Stadt befindet.
Geschichtsliebhaber sollten Fort Wayne, der zweitgrößten Stadt des Landes, einen Besuch abstatten und sich dort das Lincoln-Museum anschauen; hier wird das Leben des 16. Präsidenten der USA detailgetreu nachgezeichnet. Weitere Höhepunkte im "Hoosier State" sind die Amish Acres, eine restaurierte, aus dem 19. Jahrhundert stammende Wohnsiedlung der Amish in Nappanee; das Conner Prairie Pioneer Settlement, die an Fledermäusen reichen Kalksteinhöhlen Squire Boone Caves sowie Evansville, eine historische Kleinstadt, Sitz der Willard Library aus dem Jahre 1885. Das denkmalgeschützte Gebäude ist im National Register of Historic Places verzeichnet - manche behaupten, dass es dort spukt...
Nicht jenseits von Eden, sondern nördlich von Indianapolis liegt der Geburtsort von James Dean, Schauspieler-Ikone aus den fünfziger Jahren, der es mit lediglich drei Spielfilmen zu Weltruhm brachte und im Alter von 24 Jahren tödlich verunglückte. Keine Reise nach Indiana wäre perfekt, ohne der "personifizierten Coolness" in der James Dean Gallery in Fairmount einen Besuch abgestattet zu haben.
Für Aktivitäten unter freiem Himmel ist der zauberhafte Indiana Dunes National Lakeshore, der sich 35km entlang des Ufers des Lake Michigan erstreckt, ein beliebtes Ziel. Sandige Strände, Dünen, Sumpflandschaften und Waldgebiete sind durchsetzt mit einem weiträumigen Wanderwegenetz. Die Region ist berühmt für ihre vielfältige Flora und Fauna - hier wächst alles: vom Kaktus über Grasflächen bis hin zu Harthölzern.
Der größte Teil von Indiana liegt im sogenannten "Corn Belt", dem "Maisgürtel" der Nation; neben Mais werden aber auch Weizen und Sojabohnen angebaut und extensive Viehwirtschaft betrieben. Die Industrie ist besonders im Nordwesten des Staates, am Michigansee, angesiedelt; hier gehören Stahlerzeugung und Metallverarbeitung sowie die Arzneimittelindustrie zu den Hauptwirtschaftsbranchen; im Südwesten befinden sich Kohlevorkommen sowie Kalksteinbrüche.