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Biscayne Nationalpark - Überblick

Der 1980 gegründete Biscayne Nationalpark hat eine Gesamtgröße von etwa 750 qkm und liegt im Süden Floridas. Die "Biscayne-Bay" ist eines der beliebtesten Tauch- und Schnorchelgebiete der Vereinigten Staaten. Der Park schützt das der Küste vorgelagerte  Korallenriff, welches nur ein Teil des großen Riffsystems ist, das sich über die gesamte Südküste Floridas erstreckt. Nach dem Great Barrier Reef in Australien und dem Riff vor der Küste von Belize, ist es das drittgrößte der Welt.

Farbenpracht in der Unterwasserwildnis
Das subtropische Meeresreservat liegt nur wenige Kilometer südlich von Florida. Der Nationalpark besteht aus einer Kette von 25 bewaldeten Inseln, die parallel zum circa zehn Kilometer entfernten Festland liegen. Etwa 95% des Parkgebiets bestehen aus Wasser. Die atemberaubende Unterwasserwelt des warmen und flachen Meeres besteht aus bunten Korallenriffen und nicht minder farbenprächtigen Meerestieren- und pflanzen. Über 250 verschiedene Fischarten sind im Riff und den Lagunen des Nationalparks heimisch. Die Meeresvegetation beschränkt sich auf Seetang, den so genannten "kelp". Einige Inseln werden von dichten Mangrovenwäldern eingeschlossen. Am Festland ist vom ursprünglichen, tropischen Hartholz dieser Region kaum etwas erhalten geblieben. Auf der Insel "Sands Key" im Norden des Parks wachsen noch vereinzelt einige Mahagonibäume. Die seltenen Hölzer waren lange Zeit beliebtes Material weißer Schiffsbauer, und wurden fast vollständig abgeholzt. Im Süden des Parks liegt die Insel "Old Rhodes Key". Auf ihr gibt es noch eine kleine Fläche unberührten Hammlocklands, mit den typischen subtropischen Bäumen und Sträuchern. Der größte Teil der heutigen Wälder ist Zweit- oder Drittwuchs.

Haie und Sumpfhasen
Am vielfältigsten ist die Tierwelt des Biscayne Nationalparks in seinen Korallenriffen. Die Riffe bestehen zum größten Teil aus kalkausscheidenden Hohltieren, den Korallen. Für diese empfindlichen Meerestiere sind einige Vorraussetzungen lebenswichtig. Sie benötigen bewegtes Salzwasser in einem Flachmeer von höchstens 60 m Tiefe, eine Wassertemperatur von mindestens 20 Grad Celsius und festen Meeresgrund, auf dem sie ihren Riffbau beginnen können. In der Bucht von Biscayne liegen in zwölf Meter Tiefe, alte Riffe auf denen sich neue Korallen gebildet haben. Korallen sind Tiere, auch wenn sie irrtümlicherweise Pflanzennamen tragen. Die Seeanemonen, Seerosen und Seedahlien sind nur einige der vielen Korallenarten, die den Lebensraum vieler weiterer Meeresbewohner bilden. In den Riffen leben Schwämme, Schnecken, Quallen, Muscheln, Krebse, Tintenfische und Stachelhäuter, zahlreiche farbenprächtige Korallenfische und auch große Raubfische wie Haie und Barrakudas. Heimisch sind auch die harmlose Seekuh und der Delphin. An Land begegnen einem Waschbären, Opossums, Sumpfhasen und Baumhörnchen. Jedes Jahr kommen Lederrückenschildkröten zur Eiablage in den Park. Diese letzten Vertreter einer sehr alten Wasserschildkrötenart, sind die größten aller lebenden Schildkröten, werden zwei Meter lang und über 700 kg schwer. Im Park leben außerdem über 200 verschiedene Vogelarten, darunter Silberreiher, Pelikane und Möwen. Bei Ebbe versammeln sich oft hunderte Strandvögel, darunter auch Pelikane auf den Sandbänken der „Pelikan Bank“. Die Inselgruppe der "Arseniker" verwandelt sich alljährlich in einen riesigen Brutplatz. Auf den Bäumen der Inseln nisten dann etwa 1000 Ibisse, Löffler und Reiher.

Schiffswracks im Korallenparadies
Als erste europäische Nation gelangten die Spanier im 16. Jahrhundert an die Küste Süd-Floridas. Die Sklavenhändler versuchten in der Region des heutigen Nationalparks Fuß zu fassen, wurden jedoch von den hier sesshaften Glades-Indianern erfolgreich abgewehrt. Unter Seefahrern galt Süd-Florida als gefährliches Terrain. Nicht nur plötzlich auftretende Stürme und die schlecht sichtbaren Korallenriffe machten ihnen das Laben schwer, sondern auch die Angriffe feindlicher Piraten. Diese töteten ganze Schiffsbesatzungen und plünderten ihre Schiffe. Etliche Schiffswracks, jüngeren und älteren Datums, liegen auf dem Meeresgrund begraben und zeugen auch heute noch von den Gefahren, die von Korallenriffen ausgehen. Das Insel-und Korallenparadies in der Bucht von Biscayne steht seit 1968 unter Naturschutz.

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