Theodore Roosevelt Nationalpark
Bootsfahrt durch unberührte Wildnis
Der Theodore Roosevelt Nationalpark hat eine Gesamtgröße von fast 300 qkm und liegt im Westen des Bundesstaates North Dakota. In Erinnerung an den ehemaligen Präsidenten, der ganz in der Nähe eine Ranch mit mehreren tausend Rindern unterhielt, wurde 1947 ein Park in Gedenken an ihn angelegt, der 1978 zum Nationalpark umgewandelt wurde.
Zum Gedenken an Theodore Roosevelt
Am 14. September 1901 starb der republikanische US-Präsident William McKinley an den Folgen eines Attentats. Sein Nachfolger wurde der amtierende Vizepräsident Theodore Roosevelt, der sein Amt bis 1908 ausübte. Roosevelt besaß in der Nähe des heutigen Parkgebiets eine Rinderfarm. In Würdigung und Anerkennung Roosevelts großer Verdienste, als Wegbereiter des nationalen Umwelt-und Tierschutzes, wurde 1947 in den Badlands von North Dakota ein "National Memorial Park" errichtet. 1978 wurde dann der heutige Nationalpark gegründet. Der Park besteht aus zwei, ungefähr gleichgroßen Teilen, die etwa 100 km von einander entfernt liegen. Ziemlich in der Mitte dieser beiden Parkteile liegt Roosevelts ehemalige "Elkhorn Ranch". Der bizarre, hügelige und vegetationsarme Landschaftstyp der Parkregion wird Badlands, schlechtes oder schlecht begehbares Land genannt. Der "Little Missouri River" und seine meist ausgetrockneten Nebenflüsse haben tiefe Täler in die verschiedenfarbigen Schichten aus Lehm, Kalkstein, vulkanischer Asche und dünnen Sandsteinschichten gezogen. Extreme Wetterveränderungen, insbesondere heftige Regenschauer nach langer Trockenheit und starke Temperaturschwankungen, behindern das Pflanzenwachstum erheblich. Viele Pflanzen sterben deshalb vorzeitig ab. Gras gedeiht hier prächtig. Nur an geschützten Stellen und an ganzjährig wasserführenden Flüssen wachsen Bäume. Besonders Maultierhirsche und Bisons besuchen diese kleinen Waldflecken sehr gerne. Sie dienen den Vögeln der Region als Nistplätze. Die flinken, kleinen Präriehunde sind die Lieblinge der Besucher.
Aktivitäten
Die Hauptsehenswürdigkeiten des Parks befinden sich an den Aussichtsstraßen, die sich in beiden Teilen des Parks erstrecken. Im Hinterland befinden sich bizarre Gesteinsformationen und versteinerte Baumstämme. In beiden Parkregionen wurden einige, kurze Wanderwege angelegt. Ins Hinterland führen nur wenige markierte Wege, die jedoch auch verlassen werden dürfen. Hier darf auch gezeltet werden. Die angenehmsten Jahreszeiten zum Wandern, sind wegen der starken Sommerhitze Frühjahr und Herbst. Im südlichen Teil des Parks können im Sommer bei der "Peaceful Valley Ranch" Pferde geliehen werden. Alle Reitausflüge finden in Begleitung eines Rangers statt. Wenn der Little Missouri im Frühjahr genügend Wasser führt, können Kanu- und Schlauchbootfahrten auf ihm unternommen werden. Besonders reizvoll ist die 200 km lange Tour vom südlichen zum nördlichen Parkteil. Der Wasserweg führt durch einsame, unberührte Wildnis. Diese Strecke wird üblicherweise in drei Tagen zurückgelegt. Im Sommer werden im südlichen Parkteil am Wochenende Geführte Wanderungen von den Rangern angeboten. Abends werden im Amphitheater des Cottonwood-Campingplatzes Diavorträge über Natur und Geschichte des Parks gehalten.
Besucherinformationen
Der Park hat das ganze Jahr über geöffnet. Hauptsaison ist zwischen Mai und Oktober. Die nächstliegende Stadt ist Williston, die etwa 100 km nördlich vom Park entfernt liegt. Für längere Wanderungen im Hinterland ist eine kostenlose Genehmigung von der Parkverwaltung nötig.
Klima
Die Sommer sind trocken und heiß. Gelegentlich kommt es zu Gewitterregen und Sommerstürmen. Die Winter sind kalt und trocken, mit wenigen Schneefällen. Im Frühjahr sind Kälteblizzards möglich.
Anreise
Die drei nächst gelegenen Städte, mit planmäßigem Flugverkehr und Autovermietungen sind Williston (100 km nördlich), Bismarck (200 km östlich) und Rapid City (400 km südlich) des Parks. Regelmäßig fahren Busse auf der Interstate 94 in beiden Richtungen am südlichen Parkeingang vorbei. Die Busfahrer halten auf Verlangen an.
Camping/Hotels
Beide Parkteile besitzen je einen Campingplatz. Im Süden ist es der Cottonwood-Campingplatz mit 108, im Norden der Squaw Creek Campingplatz mit 50 Einheiten. Für größere Besuchergruppen stehen Gruppenzeltplätze zur Verfügung. Beide Campingplätze sind das ganze Jahr über, die Gruppenzeltplätze von Mai bis September geöffnet. In der Umgebung des Parks wurden außerdem noch private Campingplätze angelegt.
Im Park gibt es keinerlei Hotels und Lebensmittelgeschäfte. Unterkünfte und Verpflegung bietet die Ortschaft Medora, in der Nähe des südlichen Parkteils. Für Besucher des nördlichen Parkteils stehen in Watford City, 25 km vom Park entfernt, Hotels, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte zur Verfügung.
Besucherzentrum
Das Besucherzentrum befindet sich am Rande der Ortschaft Medora, an der Zufahrtsstrasse zum südlichen Parkteil. Hier informiert eine kleine Ausstellung und regelmäßig stattfindende Diavorträge über Tier-und Pflanzenwelt des Parks. Hinter dem Besucherzentrum kann die erste Behausung Roosevelts besichtigt werden. Die "Maltese Cross Cabin", nach dem Brandzeichen der Ranch benannt, wurde Stein für Stein hierher gebracht und wieder aufgebaut. Bei den Rangerstationen beim Eingang des nördlichen Parkteils werden ebenfalls Auskünfte erteilt.