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Schlendern durch San Francisco
San Francisco ...
Die Höhe der Golden Gate spüren, selbst im Museum experimentieren, dann die quirlige Waterfront auskosten - San Francisco bietet rund um die Uhr Unterhaltung.
Die Golden Gate Brücke gehört einfach dazu zum Besuch San Franciscos. Am besten ist es, einmal hinüberzugehen ans andere Ufer. Die 2,7 Kilometer Brückenlänge sind in einer halbe Stunde geschafft. Für manche mag es ein wenig unheimlich sein: Neben einem donnern die Autos und Lastwagen auf mehreren Spuren vorbei. Auf der anderen Seite des Fußgängerweges geht es 67 Meter hinab zur San Francisco Bay. Von der roten Brücke aus erscheinen selbst große Schiffe, die unter einem hindurch fahren, wie Spielzeugboote. Sich dieses gigantische, 22.000 Tonnen schwere Stahlwerk aus der Nähe anzusehen, ist ein Erlebnis.
128 000 Kilometer Kabel wurden verlegt, das dickste hat einen Meter Durchmesser. Aber es ist auch der Blick in die Bucht, der fasziniert - etwa hinüber zur Gefängnisinsel Alcatraz. Wegen des kalten Wassers und der unberechenbaren Strömung galt "The Rock", wo Al Capone einsaß, als ausbruchsicher, was einige Banditen aber Lügen straften. Von Fisherman's Wharf am Nordufer fahren Fähren zur 2,5 Kilometer entfernten Gefängnisinsel, die 1971 ihren Knast schloss. Die 450 winzigen, etwa vier Quadratmeter großen Zellen zu sehen, jagt einem schon das Schaudern über den Rücken. Doch bevor der Weg von der Golden Gate zur Fisherman's Wharf führt, ist ein Zwischenstopp im Exploratorium (Lyon Street) sinnvoll. Jeder kann selbst dort herumexperimentieren oder an kleinen Einrichtungen die Phänomene der Akustik, der Elektrizität, Optik, Biologie oder moderner Umwelttechnik erkunden. Das alte Haus neben dem Palace of Fine Arts ist zwar etwas in die Jahre gekommen - es wurde schon 1969 gegründet - doch gilt es immer noch weltweit als das Vorzeigemuseum für Selbstentdecker zum Thema Naturwissenschaften. Das erst vor zwei Jahren gegründete Phaeno in Wolfsburg ließ sich von den Machern des Exploratoriums aus San Francisco beraten.
Von dort zur Fisherman's Wharf sind es rund fünf Kilometer. Neben vielen Läden, Souvenirshops und Vergnügungshallen ist es der Trubel, der ansteckt. Die Waterfront lebt 24 Stunden am Tag. Straßenmusikanten und Akrobaten sind unterwegs. Es ist schön, vielleicht in einem der hervorragenden Fischlokale Station zu machen. Oder sich eine Jeans zu kaufen. San Francisco ist die Stadt, in der Levi Strauss aus Buttenheim bei Bamberg in Bayern im März 1853 über New York ankam und einen Handel für Kurzwaren und Stoffe eröffnete. Er sah, dass die Goldgräber robuste Hosen brauchten. Also ließ er (nach einigen Experimenten) blaue Baumwollhosen mit Nietenverstärkung nähen. 1902 starb Levi Strauss in seinem Haus in San Francisco als reicher Mann. Das Geschäft erbten seine vier Neffen, da er selbst keine Kinder hatte.
Nächste Station: Pier 39. Es ist der Renner an der Waterfront. Von dort aus lässt sich auch herrlich zurück auf die Golden Gate Brücke schauen.
Nun ist es endlich Zeit, an der Bay Street in einen Cable Car zu steigen. Diese an einem Stahlseil (einen halben Meter unter der Erde) gezogene Bahn ist die Erfindung des britischen Ingenieurs Andrew Smith Hallidie von 1873. Für eine Stadt aus 43 Hügeln das ideale Transportmittel. Aufspringen und los geht's. Der Conductor kassiert. Sehenswert sind noch die Wendemarken, an denen Schaffner und Fahrer das Ding mit ihrer Muskelkraft auf einer Plattform drehen müssen (Ende der California/Ecke Market Street sowie nahe Ghirardelli Square oder Bay/Taylorstreet).
Für einen Spaziergang zu der Vielfalt der Architektur sei der Victorianwalk empfohlen (www.victorianwalk.com). Moderne Architektur im Downtown District kreuzt sich mit viktoranischer Bauweise etwa am Alamo Square. Viele Hotels, in denen Touristen gern wohnen, liegen rund um den Union Square. Das ist nicht weit vom Chinatown Gate, vom Finanzdistrikt oder dem San Francisco Shopping Center und dem Museum of Modern Art. Entlang der Geary Street am Union Square reiht sich zudem Theater an Theater. Es gibt exquisite Speiselokale und einfache Coffeeshops - für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas.
Wer dann noch etwas weiter südlich geht, findet im Soma (South of Market), vor allem entlang der 11th street zwischen Folsom und Harrison Street das Nachtleben. Auch Hayes Valley und Cow Hollow mit der Chestnut Street sind gute Adressen. Die genauen Aktivitäten lassen sich sehr gut im San Francisco Chronicle nachlesen, der recht liberalen Tageszeitung.
Quelle: Knut Diers
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