Redwood Nationalpark
Der höchste Baum der Welt wächst immer noch!
Der 1968 gegründete Redwood Nationalpark hat eine Gesamtgröße von etwa 430 qkm und liegt an der Nordküste des Bundesstaates Kalifornien. Der Nationalpark schließt drei kalifornische State Parks ein, die aus den letzten Beständen eines regenwaldähnlichen Nadelwaldes bestehen. Gigantische Redwoods oder auch Küstensequoien genannt, sind die Hauptattraktion im Redwood Nationalpark. Das Parkgebiet reicht von der Grenze Oregons bis unterhalb von Monterey in Mittelkalifornien.
Mammutbäume und Killerwale
Die Geschichte der Baumgiganten ist mehrere Millionen Jahre alt. Im Erdzeitalter des Paläozäns, vor rund 200-58 Millionen Jahren, waren Redwood-Wälder überall auf der Welt verbreitet. Mit der Klimaveränderung die nach diesem Zeitalter einsetzte, verschwanden die Wälder nach und nach. Einzig ein schmaler Streifen an der Pazifikküste konnte dem kälter und trockener gewordenen Klima standhalten. Küstensequoien können eine Höhe von circa 100 m erreichen, die meisten Bäume des Parks werden jedoch vorher gefällt. Der höchste Baum im Redwood-Wald ist gleichzeitig auch der höchste Baum der Erde. Mit einem stattlichen Maß von 112 m, wird das Alter des Supergiganten auf etwa 400 Jahre geschätzt. Da er erst ein zartes Alter erreicht hat wird er weiter wachsen und seinen eigenen Rekord immer wieder selbst überbieten. Die ältesten Sequoias sind vermutlich um die 2000 Jahre alt und besitzen einen Stammdurchmesser von sechs Metern. Neben den Redwoods, die in den Tälern fast artenreine Wälder bilden, wachsen in der restlichen Parkanlage fast ausschließlich Nadelhölzer und vereinzelt auch Laubbäume. Die hohe Luftfeuchtigkeit, die vielen Niederschläge und die milden Winter in der Pazifikregion lassen auch diese Baumarten überdurchschnittlich hoch gedeihen. Küstensequoien gehören zur Familie der Sumpfzypressen. Ihre kleinen Zapfen tragen wenige Samen. Für Säugetiere und die meisten Vögel sind sie als Nahrungsquelle uninteressant, weshalb die Redwood-Waldregionen auch sehr tierarm sind. Allein zwei Vogelarten sind im Redwood-Wald beheimatet. Nur dort, wo andere Vegetation oder Gewässer den Wald der Giganten ablösen, finden verschiedene Tierarten ein ausreichendes Nahrungsangebot. Hier leben unter anderem Baumhörnchen, Stinktiere, Waschbären und Stachelschweine, sowie Schwarzbären, Roosevelt-Hirsche und Luchse. Eine giftige Klapperschlangenart ist in den warmen und trockenen Regionen des Parks heimisch. Der Pazifik ist der Lebensraum von Seelöwen und Robben, aber auch von Delfinen, Grau-und Killerwalen. Zum Parkgebiet gehört eine etwa 50 km lange Steilküste mit einigen Sandstränden. Auf zahlreichen Lehrpfaden und Wanderwegen können sich Besucher auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch die beeindruckende Natur des Redwood Nationalparks begeben.
Aktivitäten
Zu den beliebtesten Aktivitäten im Park gehören in erster Linie Wanderungen, Bootstouren und das Angeln. Im Nationalpark wurden mehr als 200 km Wanderwege angelegt. Sie führen durch die Wälder, an den Flussläufen und der Meeresküste entlang. Bei ausgedehnten Spaziergängen an der Küste empfiehlt sich regenfeste, warme Kleidung. Die drei Flüsse des Parks eignen sich hervorragend für Kanu- Kajak- und Schlauchbootfahrten. Die Flussgebiete sind in verschiedene Schwierigkeitsbereiche unterteilt. Anfänger sollten mit der einfachsten Route, der Klasse I-Tour beginnen. Ein 14 km langer Abschnitt auf dem Smith River ist mit seinem ruhigen Wasser und keinerlei Stromschnellen besonders gut für Neulinge geeignet. Auf dem Kalamath River ist ein etwa 60 km langer Flussabschnitt der Klasse II für Besucher freigegeben. Die Anforderungen sind durch einige Stromschnellen leicht erhöht, aber dennoch ist die Strecke einfach zu bestreiten. Die mittel- bis sehr schwere Route auf dem Redwood Creek ist 45 km lang und wird nur erfahrenen Bootsfahrern, mit guter körperlicher Verfassung empfohlen. Die gefährlichsten Stellen der Route können durch Tragepassagen, so genannte "portages" umgangen werden, jedoch müssen sich die weniger Furchtlosen dann auf einen Umweg von drei bis fünf Stunden einstellen. Eine Vielzahl der Parkbesucher kommt ausschließlich wegen der phantastischen Angelmöglichkeiten in den Redwood Nationalpark. In den Flüssen des Parks können Besucher das ganze Jahr über Forellen aus dem Wasser ziehen. Im Frühjahr und besonders im Herbst ziehen Lachse flussaufwärts zu ihren Laichplätzen. In dieser Zeit strömen die Angler zu Hunderten in den Park. Die besten Angelstellen sind die Flussmündungen, die Lagunen und die küstennahen Meeresregionen. Im Nationalpark finden eine Reihe von Veranstaltungen statt. Das Angebot für Jung und Alt ist vielfältig und wird von Parkrangern geleitet. Besucher können an Lehrwanderungen durch den Redwood-Wald, an Vogelbeobachtungskursen, Bootseinführungskursen und Wildwasserfahrten teilnehmen. In den Amphitheatern der Campingplätze halten die Ranger allabendlich im Schein eines Lagerfeuers Diavorträge und leiten Diskussionen. Astronomisch geschulte Ranger erzählen auf Wunsch der Besucher auch über den nächtlichen Sternenhimmel.
Besucherinformationen
Der Redwood Nationalpark hat das ganze Jahr über geöffnet. Hauptsaison ist zwischen Mai und September. Die nächst größere Stadt ist Eureka und liegt etwa 65 km vom Nationalpark entfernt.
Klima
Frühjahr und Herbst sind die schönsten Jahreszeiten in Nordkalifornien. Das Wetter ist mild und sonnig, Regen ist seltener als zu den anderen Jahreszeiten. Das Klima an der Pazifikküste ist im Sommer relativ kühl. Nebel und Nieselregen sind an der Tagesordnung. Die Winter sind mild, mit sehr starken Niederschlägen. Im Hinterland sind die Sommer zwar deutlich wärmer und trockener, dafür die Winter aber auch umso rauer. Besucher sollten stets wetterfeste, warme Kleidung bei sich führen.
Camping/Hotels
Im Redwood Nationalpark gibt es insgesamt drei Campingplätze. Alle drei, zum Nationalparkgebiet gehörenden State Parks, verfügen über jeweils einen Zeltplatz. Der Campground des Jedediah Smith Redwoods State Parks verfügt über 108, der des Del Norte Coast Redwoods State Parks über 145 und der Campingplatz des Prärie Creek Redwoods State Park über 100 Einheiten. 25 des 100 Einheiten umfassenden Zeltplatzes gehören zu einem privaten, primitiven Campground. Die "Gold Bluffs Beach" ist ausschließlich für Urlauber mit Wohnmobil vorgesehen. Innerhalb des Parks gibt es keine Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten. In den Ortschaften Klamath, Crescent City und Orick stehen den Besuchern Motels, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte zur Verfügung.
Anreise
Die Stadt Medford in Oregon liegt etwa 170, San Francisco in Kalifornien schon 530 km vom Nationalpark entfernt. Beide Städte verfügen über planmäßigen Flugverkehr und zahlreiche Autovermietungen. Das Örtchen Crescent City liegt nur fünf Kilometer von den Redwoods entfernt und wird regelmäßig von kleinen Passagierflugzeugen angeflogen. In dem Ort können Besucher ebenfalls Autos mieten. Auf der US 101 verkehren mehrmals täglich öffentliche Busse. Die Strasse führt mitten durch den Nationalpark.
Besucherzentrum
In Crescent City befindet sich das Hauptquartier und gleichzeitige Besucherzentrum des Nationalparks. Es ist das ganze Jahr über geöffnet. Das Informationsbüro in der nördlichen Hiouchi Area ist von Mai bis September besetzt. Beim Prärie Campground und in Orick gibt es jeweils ein weiteres Informationsbüro.