Mystic Überblick
Kleine Stadt mit großer Vergangenheit
Einst war es ein wichtiger Schiffsbauhafen und Station der großen Walfängerflotten - das kleine Städtchen Mystic am Long Island Sound. An diese Zeit erinnert das "Mystic Seaport Museum", eines der besten maritimen Freilichtmuseen Amerikas. Der Besucher fühlt sich unweigerlich in eine andere Welt versetzt - alte Kaianlagen, Lagerhäuser und Werften, Handwerksbetriebe und Pferdekutschen. Prachtvolle Drei- und Viermaster, Schoner und Briggs dümpeln im Hafen, darunter die "Joseph Conrad" von 1882, die ehemalige Privatyacht des Multimillionärs Huntigton Hartford, die "L. A. Dunton" von 1921, einer der letzten unmotorisierten Fischkutter, und die "Charles W. Morgan" aus dem Jahre 1841, das letzte erhaltene hölzerne Walfangschiff.
Auf den Schiffen verrichten die Museumsangestellten, gewandet in historische Matrosenkostüme, ihren Dienst und ermuntern die Besucher zu tatkräftiger Unterstützung, wenn es etwa darum geht, die Segel zu setzten oder die Takelage zu erklimmen. Auch die Kabinen sind zugänglich - eng und einfach ausgestattet die der Crewmitglieder in der Nähe des "Blubber Room", wo das Walfett zu Tran verkocht wurde, während im großzügigeren "Captains Salon" roter Plüsch dominiert.
Vierzig historische Gebäude gruppieren sich um den Dorfmittelpunkt, den so genannten "Green". In den originalgetreu restaurierten Häusern werden Ausstellungen zum Thema Schifffahrt und Schiffsbau gezeigt, während Segel-, Korb- und Netzmacher ihr Handwerk demonstrieren, wobei die Zuschauer gleichfalls Hand anlegen können.
Nicht weniger interessant ist das nahe gelegene "Mystic Aquarium", welches das maritime Leben aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet. Tausende von Meeresbewohnern sind hier zu bewundern: exotische Fische, die ein riesiges Korallenriff bewohnen, Seelöwen, Haie, Pinguine und Belugawale. Darüber hinaus können die Besucher die Geheimnisse der Tiefsee entdecken. Anhand von interaktiven Ausstellungen und Simulationen kann man in Miniatur-U-Booten die Forschungsaktivitäten in mehr als 1.000 m Tiefe verfolgen, wo völlige Dunkelheit herrscht und Roboter und Unterwasserboote ihre Arbeit verrichten. Zu sehen sind u. a. Fundstücke von Expeditionen des amerikanischen Unterwasserarchäologen Robert Ballard, der 1985 an der Entdeckung des Wracks der "Titanic" beteiligt war.