Im Land des "Marlboro-Man"
Monument Valley - Überblick
Im Grenzbereich der Bundesstaaten Arizona und Utah liegt das Monument Valley. Inmitten dieses Geländes liegt der „Monument Valley Navajo Tribal Park“. Er ist Teil des Navajo-Reservats und wird von den hier lebenden Indianern selbst verwaltet. Das etwa 120 qkm große Gebiet wurde am 11. Juli 1958 vom „Navajo Tribal Concil“ eingerichtet und zwei Jahre später unter Naturschutz gestellt.
Romantik im Wilden Westen
Monument Valley gehört zu den bemerkenswertesten Landstrichen der USA. Keine andere Region symbolisiert den „Wilden Westen“ authentischer. Regisseur John Ford drehte hier viele Western-Filme, und nicht zuletzt wegen der Zigarettenwerbung von Marlboro, ist diese Landschaft auch hierzulande fast jedem bekannt. Eigentlich handelt es sich bei dem Monument Valley nicht um ein Tal, sondern um ein flaches Wüsten-und Steppenland. In der Form von Türmen, Nadeln, Kuppen, und lang gezogenen Tafelbergen ragen hier einzelne, bis zu 300 m hohe Sandsteingebilde aus der kargen, weiten Ebene. Wasser und Wind benötigten 1,5 Millionen Jahre, um das weiche Sandgestein abzutragen, und ihm seine heutige Form zu verleihen.
Je nach Sonneneinstrahlung wechseln die Monolithen ihre Farbe, leuchten mal in hellrot und dann wieder in violett. In einem besonders schönen, stimmungsvollen dunkelrot schimmern die Felsformationen jedoch nur bei Sonnenuntergang. Die Tier und Pflanzenwelt ist wegen der eingeschränkten Lebensverhältnisse nur sehr spärlich. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Gräsern und niedrigen Büschen. Tierische Bewohner des Parks sind einige Vögel, wie der Steinadler und verschiedene Echsenarten. Waschbären und Schlangen werden hier nur sehr selten angetroffen.
Besucherinformationen
Die Navajo-Indianer erheben eine eigene Eintrittsgebühr und erkennen keinen Pass der Nationalparkverwaltung an. Der Park ist außer an Weihnachten und am Nachmittag des Thanksgiving Day das ganze Jahr über geöffnet. Die Parkstraße besteht aus Schotter, deshalb wird Besuchern, die ohne eigenes Auto in den Park kommen, geraten, ein Allradfahrzeug zu mieten. Diese Fahrzeuge können kurzfristig und auch nur für einzelne Expeditionen geliehen werden. Wer mit dem „normalen“ Mietwagen ins Monument Valley fährt, riskiert, den Versicherungsschutz zu verlieren, da Mietverträge nur für die Fahrt auf regulären Straßen abgeschlossen werden.
Klima
Die Wüstenregionen von Arizona sind im Sommer sehr trocken und heiß. Die Temperaturen erreichen bis zu 40 Grad Celsius. Juli und August sind die heißesten Monate, starke Gewitter sind keine Ausnahme. Frühling und Herbst sind trocken und mild, mit gelegentlichen Regenschauern. Die Wintermonate sind meistens mild, es kann in einigen Regionen aber auch frostig werden.
Anreise
Die US 163 ist die einzige Straße die Kayenta in Arizona mit der US 181 in Utah verbindet. Direkt an der US 163, etwa 35 km nördlich von Kayenta liegt der Monument Valley Navajo Tribal Park. Nächst größere, touristisch erschlossene Ortschaften in Arizona, sind Flagstaff und Page. Moab in Utah ist etwa 240 km, Salt Lake City mehr als 630 km und Cortez in Colorado circa 260 km entfernt. Von der US 163 aus, hat man eine hervorragende Sicht auf das Monument Valley. Der schönste Blick auf die Gegend bietet sich einem, wenn man die Strasse, morgens, in Richtung Kayenta befährt. Im Verlauf der Straße gibt es viele Möglichkeiten anzuhalten, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu schießen.
Camping/Hotels
Der Monument Valley Navajo Tribal Park verfügt über einen Campingplatz. Er befindet sich in der Nähe des Besucherzentrums. Im Park selbst gibt es keine weiteren Unterkünfte. Die Goulding´s Lodge liegt dem Parkeingang direkt gegenüber. Hier, an der kurzen Stichstrasse gibt es einen weiteren Campingplatz und die Möglichkeit Jeeptouren zu buchen. Die nächsten Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Lebensmittelgeschäften sind Kayenta und Mexican Hat. In der Nähe des Besucherzentrums gibt es ein echt indianisches Restaurant!
Besucherzentrum
Das Besucherzentrum liegt etwa sechs Kilometer östlich der US 163, an der Monument Valley Zufahrtsstraße. Es zeigt eine kleine Ausstellung und Ranger geben Auskünfte über den Park und die Ausflugsmöglichkeiten.
Bereits vor 1.300 v. Chr. wurde die Region des Monument Valleys von Indianern bewohnt. Auch damals gab es hier keinen lebensspendenden Fluss, dennoch wurden im heutigen Parkgebiet etwa 100 Wohnstätten und Ruinen der Anasazi-Indianer gefunden. Aus ungeklärten Gründen verschwanden die Anasazi um 1.300 und die Navajo-Indianer besiedelten fortan die Gegend. Wann genau sich die Navajos in Monument Valley niederließen ist nicht eindeutig belegt, sie betreiben hier jedoch schon seit mehreren Generationen Schafzucht und Obstanbau. Nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen mit spanischen Einwanderern und später auch mit der US-Armee, wurden die Navajos 1864 schließlich aus ihrer Wahlheimat vertrieben.
Etwa 8000 Indianer überstanden die Kämpfe unbeschadet, und mussten in das erste Indianerreservat der USA, in New Mexico, umsiedeln. Mehr als 1500 von ihnen überlebten den langen Marsch und den anschließenden Aufenthalt im Reservat nicht. Schon vier Jahre später erhielten sie jedoch die Erlaubnis, wieder ins Monument Valley zurückzukehren. Seitdem leben die Navajos ununterbrochen in dieser Region und lassen sich ihre Heimat auch nicht mehr streitig machen. In der Sprache der Navajo-Indianer heißt das Monument Valley „Tse`Bii`Ndzisgaii“, für unsere Zungen eine echte Herausforderung.