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Hartford Überblick
Gut versichert
Hartford, die Hauptstadt des Bundesstaates Connecticut, gilt als Hochburg der amerikanischen Versicherungswirtschaft. Über 40 der größten Versicherungen sind in und um die "Insurance City" angesiedelt, eine der ältesten - Travelers - besteht bereits seit 1683. Die Stadt am Connecticut River, von Puritanern im Jahr 1635 gegründet, besitzt viele historische Sehenswürdigkeiten, so zum Beispiel das Old State House. Hier, im ältesten Parlamentsgebäude der USA, wurde 1639 die erste Verfassungsurkunde des Landes unterzeichnet. Im Jahr 1873 wurde Hartford in einer Wahl zur alleinigen Hauptstadt Connecticuts bestimmt - zuvor teilte sich die Stadt diese Aufgabe mit New Haven. Um diesen Status entsprechend zu würdigen, entstand einige Jahre später das imposante State Capitol, entworfen von Richard M. Upjohn, Spross einer angesehenen Architektenfamilie: sein Vater hatte 30 Jahre zuvor die berühmte Trinity Church an der Wall Street in New York geschaffen. Als das Kapitol im Jahr 1878 vollendet war, summierten sich die Kosten für den Bau auf stolze drei Millionen Dollar - weitaus mehr als die geplante Summe von $ 900.000. Der Grund: ein Teil des Gebäudes war in der ersten Bauphase eingestürzt, daher konnte das Budget nicht eingehalten werden. Regelmäßig finden Touren durch das aus weißem Marmor und Granit erbaute Gebäude statt, der Eintritt ist frei.
Als ""Juwel" Hartfords gilt der angrenzende Bushnell Park. Er wurde im 19. Jahrhundert für die Bürger der Stadt angelegt - hier sollten sie sich erholen, spazieren gehen und Feste feiern. Es war der erste Park des Landes, der komplett aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Eine seiner Attraktionen: das alte Karussel aus dem Jahr 1914, ausgestattet mit zwei Kutschen und 48 handgeschnitzten Holzpferden, die in liebevoller Detailarbeit restauriert wurden. Für 50 Cent erhält man 3 1/2 Minuten Nostalgie: So lange dauert eine Fahrt auf dem historischen Prachtstück, das sogar für private Veranstaltungen gemietet werden kann.
Anschließend heißt es: Raus aus dem Park und hinauf auf den Travelers Tower! Donn Barber entwarf das neo-klassizistische Gebäude mit der pinkfarbenen Granitfassade, das bei seiner Vollendung im Jahr 1919 zu den sieben höchsten Gebäuden Amerikas gehörte. Den Fotoapparat sollte man unbedingt mitnehmen, denn von der Aussichtsplattform im 27. Stock bietet sich ein Postkartenpanorama - der Blick über die Stadt, den nahe gelegenen Connecticut River und das Umland. Touren zur Aussichtsplattform finden im 30-Minutentakt statt. Zu den berühmtesten Bewohnern, die einst in der Stadt lebten, gehört sicherlich Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt als Mark Twain. In Hartford verbrachte der Schriftsteller viele glückliche Jahre und hier entstanden auch seine bekanntesten Werke: Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Sein früherer Wohnsitz, eine viktorianische Villa in der Farmington Avenue 351, wurde inzwischen in ein Museum umgewandelt. Bei einem Rundgang durch das Mark Twain House erhalten Besucher interessante Einblicke in das Leben und Werk des legendären Autors. Insgesamt sind 19 liebevoll eingerichtete Räume zu bewundern, ausgestattet mit Stücken des Jugendstil-Designers Louis Comfort Tiffany. Nur einen Katzensprung entfernt findet sich das Haus von Harriet Beecher Stowe. Die bedeutende amerikanische Schriftstellerin und Verfasserin des Romans "Onkel Toms Hütte" lebte hier von 1873-1896 und war mit der Familie Twain befreundet.
Zu den großen Sehenswürdigkeiten Hartfords zählt auch das Wadsworth Atheneum in der Main Street, für Kunstliebhaber ein absolutes "Muss". Gegründet 1842, ist es das älteste öffentliche Kunstmuseum der USA. Mehr als 45.000 Werke aus aller Welt - unter anderem von Goya, Rubens und Rembrandt - werden hier präsentiert. Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Bildern aus der "Hudson River"- Schule. Besonders interessant: Exponate und Kunstwerke afro-amerikanischer Herkunft.
Als lohnendes Ziel für einen Tagesausflug bietet sich Bristol an. Das Städtchen, 29 km westlich von Hartford, galt im 19. Jahrhundert als "Uhrmacherhauptstadt" des Landes. Über 200.000 Uhren jährlich wurden dort gefertigt. Im American Clock and Watch Museum wird die Geschichte dieses Handwerks wieder lebendig: Mehr als 1.400 Exponate - von Armbanduhren und Weckern über Standuhren bis hin zu Turm- oder Kirchenuhren sowie Uhrmacherwerkzeuge - sind hier ausgestellt. Ein Großteil der Sammlung konzentriert sich auf die Zeit von 1800 bis 1940, einige Stücke stammen jedoch aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Besitzer alter Präzisionsmesser haben die Möglichkeit, die Expertise eines ortsansässigen Uhrmachers anzufordern, immer jedoch unter der Voraussetzung, das gute Stück wurde in Amerika gefertigt. Ebenfalls einen Abstecher wert: Das nur 16 km von Hartford gelegene Farmington, eines der ältesten und hübschesten Städtchens Neuenglands. Der Ort am Farmington River, der im Jahr 1645 gegründet wurde, verdankt seinen besonderen Charme den herrschaftlichen Wohnhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zum touristischen Pflichtprogramm gehört dort auch der Besuch des Hill-Stead Museums, das bedeutende Werke französischer Impressionisten beherbergt. Auf dem Anwesen findet jeden Sommer das Sunken Garden Poetry Festival statt - eine Veranstaltungsreihe mit Lesungen und Konzerten unter freiem Himmel.
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