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Glacier Bay Nationalpark

Ein Paradies aus Eis

Der 1980 gegründete Glacier Bay Nationalpark hat eine beeindruckende Gesamtgröße von mehr als 13.200 qkm und liegt im Südosten von Alaska. In dem Paradies aus Eis grenzen gewaltige Gletscher an nebelverhangene Regenwälder und kristallklare Flüsse münden in eindrucksvolle Fjorde.

Pionierarbeit von Flora und Fauna
Als der englische Kapitän George Vancouver 1792 zum ersten Mal die Westküste Nordamerikas besegelte, bestand der heutigen Fjord der Glacier Bay noch aus einem riesigem Gletscher. Der Amerikaner John Muir traf etwa 100 Jahre später ein, bis dahin hatte sich an derselben Stelle eine 77 Kilometer tiefe Bucht gebildet. Die Hütte, die er damals am Fuße des nach ihm benannten Gletschers hinterließ, befindet sich heute inmitten des dichten Regenwaldes, weit entfernt von dem heutigen Ende der Eismassen. Durch die Erderwärmung schmelzen die Gletscher Alaskas immer weiter ab und legen jungfräuliche Landschaften frei. Bei der Erstbesiedlung von Flora und Fauna kann hier praktisch wie in einem großen Freiluftlabor zugeschaut werden. Gerade Biologen sind äußerst interessiert daran, welche Pflanzen und Tierarten sich hier nach und nach ansiedeln und wie sie sich im Barlett Cove Regenwald und in den hohen Bergen und Gletschern der Glacier Bay in das schon bestehende Ökosystem einfügen. Der pazifische Regenwald besteht heute hauptsächlich aus Pioniergewächsen wie Moosen und Farnen sowie Fichten und Tannen. Die Besiedlung der Berge und Gletscher durch große Landsäugetiere ist noch lange nicht abgeschlossen. Schneeziegen, Schwarz-und Grizzlybären sind bereits bis zu den Ödflächen am Gletscherrand vorgedrungen, Elche haben sich jedoch noch nicht in den Westteil des Nationalparks vorgewagt. Das Wunderland aus Eis ist allerdings nicht nur wunderschön, sondern auch sehr gefährlich. Im Frühjahr schmelzen die Gletscher und riesige Eismassen stürzen in die Fjorde.

Aktivitäten
Die beliebtesten Aktivitäten im Glacier Nationalpark sind Wanderungen, Bootstouren, Tierbeobachtungen, Kajakfahrten oder Rundflüge über die bezaubernde Eislandschaft. Auf einer etwa neunstündigen Bootsrundfahrt, die am Westarm der Glacier Bay endet, können Besucher den rasanten Rückzug der Gletscher mit eigenen Augen erleben. Die graue schmutzige Wand des Margerie Glacier bröckelt langsam ins Meerwasser, und bei einem kurzen Zwischenstopp an den Seevogelkolonien von North und South Marble Island sind meist auch Steller-Seelöwen auf den Felsen zu bewundern. Interessant ist auch ein Besuch des Johns Hopkins Inlet. Es löst bei den Besuchern regelrechte Begeisterungsschreie aus, wenn hier eine Walflosse oder ein Adler gesichtet werden. Für ein echtes Erlebnis brauchen Besucher des Glacier Nationalparks viel Geduld und Kondition. Pünktlich zum Sommerbeginn, wenn die Seelöwen  auf den Eisschollen ihre Jungen bekommen, bleibt diese Bucht allerdings eh für Ausflugsboote geschlossen. Aber auch in dieser Jahreszeit müssen Touristen nicht auf aufregende Aktivitäten verzichten. In den Buchten von Muir Inlet und Adams Inlet, in die die großen Ausflugsschiffe nicht vordringen, haben Besucher nun Zeit, mit dem Kajak durch Eisschollen und Seehundbänke zu paddeln.

Besucherinformationen
Der Glacier Bay Nationalpark ist das ganze Jahr über geöffnet. Hauptsaison ist zwischen Mai und September. Die Stadt Juneau ist nur per Flugzeug oder mit dem Schiff erreichbar.

Klima
Die Glacier Bay ist ein sehr windiger und regnerischer Ort. Dies gilt besonders für die Monate September und Oktober. In der Barlett Cove fallen etwa 190 cm Niederschlag pro Jahr. Die Tagestemperaturen liegen in den Sommermonaten zwischen etwa 7 bis 18 Grad Celsius.
Eine Mütze, Handschuhe, Regenkleidung und Wanderschuhe sollten zu jeder Jahreszeit zum Reisegepäck gehören.

Anfahrt
Es gibt keine Straße und keine Fährverbindung in den Nationalpark. Die einzige Straße im Park verläuft mit einer Länge von etwa 15 km zwischen Bartlett Cove und Gustavus. Im Gebiet von Bartlett Cove stehen Besuchern mehr als 10 km Wanderwege durch den Regenwald und entlang der Strände zur Verfügung. Am besten lässt sich der Nationalpark jedoch mit dem Boot erleben. Die Entfernung zwischen  Bartlett Cove und den bröckelnden Gletschern beträgt etwa 100 km.

Camping
Alle Camper, die auf dem Campground von Barlett Cove übernachten möchten, sollten an einer, vom Besucherzentrum angebotenen Orientierungsübung teilnehmen. Anschließend können die Besucher die Campinggenehmigung und den bärensicheren Lebensmittelkanister kostenlos mitnehmen. Reservierungen sind nicht möglich, auf dem Campingplatz gilt das Prinzip: Wer Zuerst kommt.. Es empfiehlt sich, bereits in den Morgenstunden seine Übernachtungsabsichten mitzuteilen.

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Server: AvigoProd02   Session: 7542FB911EC35BF8229A8AC4974DC9DE.prod02   Release: 11.21.00.0   vom: 15.04.10