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Geschichte
Der 15 Millionen Dollar Staat
Die Gründung New Orleans erfolgte 1718 durch die Franzosen - Grund hierfür war die exponierte geographische Lage: mit ihrem Standort an der Mündung des mächtigen Mississippi und gelegen am Golf von Mexiko wurde die Stadt sehr bald wichtiger Militär- und Handelshafen. Tabak, Felle und Holz tauschte man gegen Stoff, Gewürze und andere Waren. Benannt nach Philippe II., Herzog von Orléans, erklärte man die Siedlung 1722 zur Hauptstadt der französischen Kolonie Louisiane. Nach dem englisch-französischen Krieg befand sich New Orleans von 1762-1800 in spanischem Besitz. Napoelon wendete nochmals das Blatt und zwang die Spanier, Louisiana im Jahre 1800 an die Franzosen zu übergeben; doch Frankreichs Herrschaft war nur von kurzer Dauer: um seine knappen Kassen zu füllen, verkaufte Napoleon das Territorium Louisiana - einschließlich New Orleans - im Jahre 1803 an die Vereinigten Staaten. Dieser Vertrag ging als der 15 Millionen Dollar umfassende Louisiana-Purchase in die Annalen ein. Während des Bürgerkriegs bewirkten die zentrale Lage des Hafens von New Orleans sowie Louisianas strategische Schlüsselposition direkt an der Mündung des Mississippi, dass die Region schnell zur militärischen Zielscheibe wurde; die Wirtschaft des Landes ist in diesen Jahren völlig zerstört worden.
Durch die hohe Zahl an Einwanderern - zahlenmäßig waren die Italiener besonders stark vertreten - kam New Orleans langsam wieder zu Kräften; die Abschaffung der Sklavenhalterei sowie der Niedergang der Baumwoll-Industrie verzögerten das Wirtschaftswachstum allerdings beträchtlich. Ein Charakterzug jedoch, der die Einwohner New Orleans immer wieder deutlich von ihren Landsmännern unterschied, ist der Sinn für Spaß und Lebensfreude - nicht von ungefähr wurde hier der Ausspruch "Let the good times roll" ins Leben gerufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war New Orleans reif für die Musikalische Revolution - die Geburtsstunde des Jazz hatte geschlagen. Die schwarze Bevölkerung hatte sich lange zuvor jeden Sonntag am Congo Square versammelt - dem einzigen Platz im Süden, wo dies erlaubt war - um zum Rhythmus afrikanischer Trommeln zu singen und zu tanzen.
Heutzutage stellt die stetig wachsende Tourismusindustrie einen nicht unerheblichen Anteil an Arbeitsplätzen zur Verfügung. Trotzdem ist New Orleans eine Stadt, in der die Schere zwischen der wohlhabenden und der armen Bevölkerung immer stärker auseinander klafft. Trotz allem: niemand kann sich der magischen Anziehungskraft dieser europäischsten aller amerikanischen Städte entziehen.
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