Florida Geschichte
Von der Moskitohölle zum Urlaubsparadies
Schon zu Urzeiten war Florida besiedelt - archäologische Funde haben erwiesen, dass die ersten Bewohner Floridas bereits vor 12.000 Jahren in hoch entwickelten Gemeinschaften lebten.
Als der spanische Entdecker Juan Ponce de Léon 1513 die Stelle Floridas betrat, an der sich in etwa heute Cape Canaveral befindet, traf er auf zahlreiche Stämme indianischer Ureinwohner. Er nannte das neue Land zu Ehren des österlichen Blumenfestes, (spanisch: Pascua Florida), das in Spanien zeitgleich mit seiner Ankunft in Florida gefeiert wurde und aufgrund der verschwenderischen Fülle an Pflanzen und Blumen, die er antraf, "Florida". Die ersten Europäer hätten sich kaum einen unfreundlicheren Empfang vorstellen können - feindselige Indianerstämme, mörderische Hitze, Krokodile, Giftschlangen, undurchdringliches Dickicht, Sumpflandschaften und Stechmücken in unvorstellbaren Schwärmen: hier schien man direkt in der Hölle gelandet zu sein!
1565 errichtete Pedro Menéndez de Avilés die Stadt St. Augustine, die älteste europäische Siedlung in den Vereinigten Staaten. Von hier aus begannen die Spanier mit dem Bau katholischer Missionsstationen im gesamten Südosten der USA. 1586 plünderte und brannte der englische Kapitän und Pirat Sir Francis Drake St. Augustine nieder.
Um 1720, zwei Jahrhunderte nach der ersten Begegnung mit Weißen, waren die Ureinwohner Floridas - darunter Stämme der Calusa, Apalachee und Timucuan - ausgestorben. Vom Norden wanderten Creek-Indianer ein, die zusammen mit afrikanischen Sklavenflüchtlingen den Stamm der Seminolen bildeten und in der spanischen Kolonie Florida Schutz fanden. Der Ursprung des Namens "Seminole" ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Das Außenministerium in Florida leitet das Wort vom spanische Cimarrone ab, während historische Schriften das indianische Wort sim-in-ole oder sem-in-ole zugrunde legen; die Bedeutung ist jedoch in beiden Sprachen gleich und heißt "Wilder" oder "Flüchtling".
In den Jahren von 1817 bis 1853 fanden insgesamt drei Kriege gegen US-Truppen statt. Unter dem Indian Removal Act von 1832, das den Indianern Gebiete westlich des Flusses Mississippi versprach, wenn sie Florida freiwillig den Rücken kehrten, kasernierte man den Großteil der Seminolen in Reservate ein. Nach blutigen Auseinandersetzungen mit einigen "Uneinsichtigen", die ein Jahrzehnt andauern sollten und die US-Regierung Millionen Dollar an Kriegsgeldern kosteten - zur damaligen Zeit eine Summe astronomischer Größenordnung - wurde der Rest der Indianer zwangsexiliert; einige Flüchtlinge suchten Unterschlupf in den Everglades.
1819 verkaufte Spanien Florida an die USA. Am 3. März 1845 wurde Florida zum 27. Bundsstaat der Vereinigten Staaten. Beinahe die Hälfte seiner Bevölkerung bestand aus schwarzen Sklaven, die auf Plantagen arbeiteten. Nur 16 Jahre später, am 10. Januar 1861, sagte sich Florida zu Beginn des Bürgerkriegs von der Union los und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Konföderierten Staaten. Es wurde 1868 jedoch erneut eingegliedert.
Nach dem Bürgerkrieg kamen mit dem Bau der Eisenbahnlinie unter dem Magnaten Henry B. Plant, dem die vollständige Erschließung Floridas zu verdanken ist, neue Siedler ins Land. Neben dem stetigen Anstieg der Bevölkerung profitierte durch die verkehrstechnische Anbindung Floridas an die nördlichen Staaten insbesondere der Tourismus, was sich im ersten Immobilien-Boom des Landes niederschlug - allein 1925 entstanden in Miami Beach 480 Hotels.
Der nur zehn Wochen andauernde spanisch-amerikanische Krieg im Jahre 1898 sowie der Erste Weltkrieg gingen einher mit dem Bau zahlreicher Flottenstützpunkte. Nach der Kubanischen Revolution und der anschließenden Machtübernahme Fidel Castros in Kuba 1959 flüchteten Castro-Gegner ins benachbarte Florida - eine Flüchtlingswelle gigantischen Ausmaßes sorgte dafür, dass in Miami regelrechte kubanische Viertel entstanden.
1969 startete die Apollo 11 vom NASA Kennedy Space Center den ersten bemannten Raumflug - der erste Mensch landete auf dem Mond. 1971 eröffnet Disney World in Orlando seine Pforten und initiierte einen Wirtschafts- und Tourismusboom, der seinesgleichen suchte.
Heute gehört Florida zu den führenden Urlaubsstaaten der USA. Die Golfküste mit ihren zahlreichen Buchten, die erstklassigen Sandstrände an der Atlantikküste, die Koralleninselkette der Florida Keys im Süden und die berühmten Orangenhaine machen Florida nicht zuletzt wegen des ganzjährig warmen, sonnigen Klimas zu einem Reiseziel für das ganze Jahr. Besuchermagnete wie Disney World, Disneys Animal Kingdom, Miami Beach und der Everglades Nationalpark, der nach zusätzlichen Landkäufen nun drittgrößter US-Nationalpark ist, bieten Besuchern eine Vielfalt an attraktiven Sehenswürdigkeiten, die beinahe konkurrenzlos scheint.