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Everglades Nationalpark - Geschichte
Die Ureinwohner der Everglades
Der spanische Seefahrer Juan Ponce de Leon segelte 1513 von Puerto Rico aus, in Richtung Norden. Die Region die er auf seiner Reise entdeckte, nannte er Florida. Die Everglades waren über Jahrhunderte das Stammesgebiet der mächtigen Calsua-Indianer. Sie lebten in Lehmhütten, ernährten sich von Pflanzen und Wassertieren und verehrten die Sonne als oberste Gottheit. Die spanischen Schatzsucher und Sklavenhändler versuchten den Ureinwohnern ihr Gebiet streitig zu machen, und steckten die Indianer zu dem noch mit der europäischen Seuche der Pocken an. In der Mitte des 17. Jahrhunderts waren von dieser hartnäckigen Zivilisationskrankheit alle ehemals einheimischen Bewohner dahin gerafft worden. Zur selben Zeit vertrieben weiße Siedler in Alabama und Georgia, die dort ansässigen Miccosukee und Creek-Indianer. Sie fanden Zuflucht in den Everglades und wurden später unter dem Begriff "Seminolen" zusammengefasst. 1821 kauften die USA den Spaniern Florida für fünf Millionen Dollar ab. Zu dieser Zeit manifestierte sich auch das Wort "Everglades", das soviel wie "klar wie Wasser" bedeutet, im allgemeinen Sprachgebrauch. Die Zahl der Siedler nahm immer weiter zu, und die Seminolen wurden immer mehr in den Süden Floridas abgedrängt. Die Regierung bot ihnen an, in die Reservate nach Missouri, Louisiana und Arkansas umzusiedeln, doch die Indianer wollten nicht weichen. Unter der Führung von Häuptling Osceola kämpften sie sieben Jahre lang gegen die amerikanische Armee. Obwohl 1842 der Krieg zwischen den beiden Parteien als offiziell beendet galt, kam es in den folgenden Jahren immer wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen. Nach einem Angriff von Hauptmann John Parkhill, blieben 1857 nur noch circa 100 Frauen und Männer der Seminolen-Indianer übrig.
Entstehung des Nationalparks Um die Jahrhundertwende herum wurden im Süden Floridas dann Strassen gebaut, Eisenbahnverbindungen geschaffen und Bauland zur Verfügung gestellt. Bei diesen Umgestaltungsmaßnahmen litt das Ökosystem der Everglades erheblich. Millionen Reiher wurden wegen ihres prächtigen Federkleides getötet. Naturschützer meldeten sich zu Wort, und so wurden schließlich Gesetze eingeführt, die das Wildern und Jagen in den Everglades unter Strafe stellten. Die Audubon Society stellte auf ihre Kosten Jagtaufseher ein. Die 1886 gegründete Gesellschaft wurde nach James Audubon benannt. Der Künstler hatte sich durch Zeichnungen und Kupferstiche von Vögeln und anderen Tieren der Everglades einen Namen gemacht. 1928 wurde mit dem Vorhaben aus den Everglades einen Nationalpark zu machen, die "Tropical Everglades National Park Assosiation" gegründet. Der damalige Präsident Roosevelt unterzeichnete 1934 den Gesetzentwurf und gab damit grünes Licht für die Gründung des Nationalparks. Wegen bürokratischer Hindernisse und dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs verzögerte sich die Eröffnung noch bis 1949. Zu den größten Sünden der damaligen Architekten gehört die Begradigung zahlreicher Wasserwege in den Jahren 1947 bis 1983. Das ökologische Gleichgewicht kam völlig ins Schwanken und noch heute versuchen die Umweltingenieure des Parks die Schäden zu beheben und dieses einzigartige Stück Wildnis für die Zukunft zu bewahren.
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