Arkansas Geschichte
Ausgangspunkt für Entdecker des Westens und Südens
Die Geschichte des Bundesstaates Arkansas umfasst mehr als drei Jahrhunderte. Lange bevor die ersten Grenzbewohner aus den neu gegründeten Vereinigten Staaten die Blue Ridge Mountains überquerten und die ersten Siedlungen entlang der Ufer des Ohio und des Mississippi errichteten, stießen spanische und französische Entdecker auf die indianischen Ureinwohner, die die damalige Region des heutigen Arkansas bevölkerten - darunter Vertreter der Stämme der Quapaws, Osage, Choctaws und Cherokees. Aufgrund von Steinzeichnungen und Ausgrabungen wissen wir heute, dass Arkansas bereits vor Jahrtausenden besiedelt war - das reiche Tiervorkommen und die fruchtbare Erde boten ideale Lebensbedingungen.
Im Jahre 1541 setzte der spanische Entdecker Hernando De Soto bei seiner jahrelangen, letztendlich erfolglosen Suche nach Gold als erster Europäer Fuß auf Arkansas-Boden. 130 Jahre später bereisten zwei Franzosen - Jacques Marquette, ein katholischer Priester und Louis Joliet, ein Pelzhändler, die Region. 1686 gründete Henri de Tonti mit sechs Siedlern die erste Niederlassung von Weißen - Arkansas Post - im unteren Mississippi River Valley.
Während der nächsten hundert Jahre verlief die Entwicklung nur zögerlich, da die Anzahl der Siedler nur langsam anstieg. 1762 wurde das gesamte Territorium Louisianas an Spanien abgetreten, und die spanische Regierung bot kostenloses Land sowie völligen Steuererlass, um das Land für mehr Siedler attraktiver zu gestalten. 1799 lebten schätzungsweise 386 Weiße in Arkansas. Nach dem "Louisiana Purchase" im Jahre 1803 erwarben die USA Arkansas, das 1819 als Territorium organisiert wurde. Die Grenzlinien im Norden, Osten und Süden des Landes entsprachen damals schon dem heutigen Grenzverlauf, und nur der Westen umfasste Gebiete, die heute zu Oklahoma gehören. 1836 zählte das Arkansas-Territorium ca. 60.000 Bewohner und wurde konsequenterweise als 25. Bundesstaat in die USA aufgenommen. Bereits im Jahre 1860 hatte sich die Bevölkerung auf 435.000 Menschen vervielfacht - 25% davon waren jedoch Sklaven, die auf den riesigen Baumwollfeldern im Osten und Südosten Frondienste verrichten mussten.
Im Bürgerkrieg sagte sich Arkansas von der Union los und trat den Konföderierten bei; 1863 wurde der nördliche Teil des Staates jedoch von Unions-Truppen besetzt. Nach dem Ende des Bürgerkriegs 1865 begann eine Ära der "Reconstruction", die insbesondere im Süden des Landes dramatische Umwälzungen zur Folge hatte.
Mit dem Ausbau des Schienenverkehrs, der Förderung der reichen Öl- und Gasvorkommen und neuer Erfindungen wie Telefon und Elektrizität begann der wirtschaftliche Aufschwung des Landes. Doch sollte es bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts dauern, ehe der industrielle Sektor schließlich boomte. Die Industrialisierung von Arkansas nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einer recht ausgewogenen Balance von Industrie und Landwirtschaft, wichtigster Wirtschaftszweig ist jedoch nach wie vor der Agrarsektor. Der Hot Springs National Park stellt das Zentrum Fremdenverkehrs dar.
Die Rassenunruhen fanden 1957 in Little Rock, der Hauptstadt des Landes, ihren Höhepunkt, als die Bundesregierung eingreifen musste, um die Integration schwarzer Kinder an öffentlichen Schulen zu erzwingen. Heute leben zumindest in den Großstädten schwarze und weiße Menschen relativ harmonisch miteinander.