Channel Islands Nationalpark
Mit der Delfin-Eskorte nach Santa Barbara
Fünf der acht Inseln vor der südkalifornischen Pazifikküste gehören zum 1980 gegründeten Nationalpark. Der Channel Islands Nationalpark hat eine Gesamtgröße von mehr als 10.000 qkm. Ein 13 km breiter Meeresstreifen um die gebirgigen Inseln Anacapa, Santa Cruz, Santa Rosa, San Miguel und Santa Barbara steht unter der Obhut des "Channel Island National Marine Sanctuary", die drei anderen Inseln dienen der US-Marine als Zielgebiete für Waffentests.
Seehunde und Grauwale
Der Nationalpark verzaubert Besucher durch seine wilde Schönheit. Die raue See brandet an die kargen Steilküsten der nebelbehangenen Inseln. Die Kiesbänke am Fuße der steilen Küstenfelsen sind die Heimat von Seehunden und unzählige Seevogelarten haben auf dem Eiland einen sicheren Ort zum Nisten gefunden. Die meistbesuchten Inseln des Parks sind Anacapa und Santa Barbara. Touristenboote bringen die Besucher, meist Tagesausflügler, zu den Inselplateaus. Oft wird diese Überfahrt durch eine Delfin-Eskorte begleitet. Auf allen Inseln gibt es primitive Zeltplätze und einige Wanderwege mit Aussichtspunkten, die einen Blick auf die Tummelplätze der Robben oder die Brutkolonien der Seevögel zulassen. Der Pazifik und seine Strände laden zu Streifzügen in der Gezeitenzone, zum Schwimmen, Boot fahren und Tauchen ein. Im Sommer erreicht die Wassertemperatur herrliche 20 Grad Celsius. Vom Meeresgrund steigt kühles Wasser auf und mischt sich mit der warmen pazifischen Strömung. Für eine Vielzahl an Meerestieren herrschen hier optimale Lebensbedingungen. Der Fischreichtum basiert nicht wie in tropischen Gewässern auf Korallen, sondern auf dem so genannten Kelb. Diese riesigen Braunalgen wachsen pro Tag bis zu 60 cm und bilden einen kaum durchdringbaren Unterwasserdschungel. Unzählige Fischschwärme, Langusten, Engelhaie und sogar Grauwale suchen hier nach Nahrung. Der migrierte Grauwal überwintert von Ende Dezember bis März im Golf von Kalifornien und bringt hier seine Jungen zur Welt. Besonders interessant sind auch die Zitterrochen, deren elektrische Organe bis zu 200 Volt Spannung erzeugen und so problemlos ein Blitzlicht erzeugen können.
Aktivitäten
Zu den beliebtesten Aktivitäten auf den Inseln des Channel Islands Nationalpark gehören Wanderungen, Bootstouren, Schwimmen und Tauchen. Auf allen Parkinseln sind Wanderwege angelegt. Auf Santa Barbara und Ost-Anacapa, der meistbesuchten Insel des Nationalparks, führen Fußwege zu verschiedenen Aussichtspunkten. Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick über die Steilküsten des Eilands. Vor der Küste von Ost-Anacapa liegt der Arch Rock, ein beeindruckender bogenförmiger Felsen. Bootstouren können auch im eigenen, gemieteten Boot unternommen werden. Einige Gebiete und Anlegestelle stehen unter Naturschutz und sind deshalb für den Bootsverkehr gesperrt. Für einzelne Meeresgebiete ist eine Erlaubnis des Parks notwendig. Seekarten sind im Besucherzentrum von Ventura erhältlich. Es informiert außerdem über Anlegestellen und die Tücken des Pazifiks. In den Buchten der Inseln können Besucher schwimmen, schnorcheln und tauchen. Private Bootsunternehmen bieten Schwimm-und Tauchausflüge in dem, im Sommer 20 Grad warmen Meerwasser an.
Besucherinformationen
Der Channel Islands Nationalpark ist das ganze Jahr über geöffnet. Hauptsaison ist März und September. Die nächst größere Stadt ist Ventura. Sie liegt in der Nähe der Stadt Santa Barbara, ebenfalls auf dem Festland von Südkalifornien.
Klima
Der Winter ist die stürmischste, regnerischste und nebligste Jahreszeit im Nationalparkgebiet. Es fallen bis zu 40 cm Niederschlag und die Temperaturen liegen durchschnittlich bei vier Grad Celsius. Besonderer Besuchermagnet im Winter sind die Grauwale, die in den Wintermonaten am Parkgebiet vorüber ziehen. Der Winterregen verwandelt die sonst bräunliche Vegetation der Inseln in eine grüne Idylle. Zwischen Frühsommer und Spätherbst bleib es weitestgehend trocken. Die Tage sind sonnig und Temperaturen erreichen bis zu 27 Grad Celsius. Nachmittags zieht regelmäßig starker Wind auf. Stürmische See und Nebel sind auch zu dieser Jahreszeit möglich. Frühling und Herbst eignen sich besonders gut für Beobachtungen der heimischen Vogelwelt. Im März und April blühen die Baumsonnenblumen. Warme und windschützende Kleidung sollte ganzjährig zum Reisegepäck gehören.
Camping/Hotels
Auf allen fünf Inseln des Nationalparks befinden sich einfache, kostenfreie Campingplätze. Auf ihnen gibt kein fließendes Wasser, lediglich Trockentoiletten stehen den Besuchern zur Verfügung. Für den Aufenthalt auf jedem der Zeltplätze ist eine Genehmigung und frühzeitige Reservierung durch die Parkverwaltung notwendig. Die Genehmigung ist kostenfrei, für die Reservierung wird eine Gebühr erhoben. Beides kann im Besucherzentrum in Ventura oder auch per Internet getätigt werden. Camper der östlichen Ost-Anacapa-Insel sollten wissen, dass hier nachts ein Nebelhorn im Einsatz ist und die nächtliche Ruhe erheblich stören kann. Nur auf dem Festland, in Santa Barbara und Ventura, stehen Besuchern Motels, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte zur Verfügung.
Anreise
Der Nationalpark kann nur per Boot erreicht werden. Private Unternehmen bringen Besucher fahrplanmäßig von Ventura, Santa Barbara und Oxnard zu allen Inseln des Parks. Die Parkverwaltung bietet selber keine Transportmöglichkeiten an. Neben der Überfahrt werden aber auch halb- bis mehrtägige Bootstouren, und ab Ende Dezember Walbeobachtungsfahrten angeboten. Alle Ausflüge, insbesondere die Walbeobachtungen sollten frühzeitig geplant und rechzeitig im Besucherzentrum reserviert werden.
Besucherzentrum
Das Besucherzentrum des Nationalparks befindet sich in Ventura. Ventura liegt auf dem Festland von Kalifornien, in der Nähe der Stadt Santa Barbara. Hier erhalten Besucher nötige Bewilligungen und Seekarten sowie Bücher und Informationen jeglicher Art. Eine kleine Ausstellung und ein Film geben Besuchern einen ersten Eindruck von der Unter-und Überwasserwelt der Channel Islands. An klaren Tagen können die Inseln mit einem Fernrohr besichtigt werden. Mit etwas Glück schwimmt ihnen vielleicht ein Delfin oder ein Wal vor die Linse. Auf allen fünf Inseln gibt es Rangerstationen.