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Anchorage Überblick

Metropole in der Wildnis

Anchorage zählt gerade einmal 250.000 Einwohner und ist fast vollkommen von der rauen Wildnis Alaskas umschlossen. So besuchen im Winter gern Elche die Gärten der Stadtrandsiedlungen und im Sommer sind es immer wieder Bären, die von den Mitarbeitern der "Wild Protection" abtransportiert werden müssen.

Anchorage bietet eine attraktive Downtown, einige interessante Museen, das "Alaska Center for the Performing Arts" mit Oper und Symphonieorchester, sowie erstklassige Restaurants und Bars. Mit den Metropolen Amerikas oder Europas kann Anchorage nicht mithalten. Aber für diejenigen, die nach Wochen oder Monaten in die Zivilisation zurückkehren, ist es geradezu eine Großstadt.
Anchorage entstand 1915 als Depot beim Bau der Alaska Railroad.

Als 1918 der erste Zug aus Seward in den kleinen Ort dampfte, gab es am Ankerplatz (englisch: anchorage) bereits zwei- und dreistöckige Häuser, einen Baseballplatz und ein Kino. Hatte Anchorage im Jahr 1940 nur knapp 3 000 Einwohner, so waren es 1951 bereits 47.000. Am Karfreitag 1964 zerstörte ein Erdbeben der Stärke 8,75 auf der Richterskala große Teile der Stadt und tötete 111 Menschen. Indirekt trug diese Katastrophe zu einem wirtschaftlichen Aufschwung bei, denn dem 49. Bundesstaat der USA flossen üppige Hilfsgelder aus dem Süden für den Wiederaufbau zu. Der Ölfund an der Prudhoe Bay und der Bau der Trans-Alaska Pipeline lösten einen Boom aus, der bis heute nachklingt. Anchorage ist noch immer eine der am schnellsten wachsenden Städte der USA.

Das im besten Buscharchitektur-Stil, wie ein Blockhaus gebaute, "Log Cabin Visitor Information Center" ist optisch eine Attraktion. Die Mitarbeiter des "Convention & Visitor Bureau" geben Ratsuchenden kompetent Antworten auf ihre Fragen und verteilen den "Anchorage Visitors Guide", der ein aktuelles Veranstaltungsprogramm, Adressentipps und detaillierte Vorschläge für einen Rundgang durch die Stadt enthält.

In der nahe gelegenen Lobby der "Historic City Hall" an der 4th Avenue berichtet die Ausstellung "Early Anchorage" mit Fotos und Dioramen über die frühe Stadtgeschichte. Hinter der postmodernen  Fassade des Kulturzentrums "Alaska Center for the Performing Arts" verstecken sich zwei Theater und ein Konzertsaal.

Im "Alaska Experience Center" können die Besucher die Simulation eines Erdbebens von angeblich 4,5 Einheiten auf der Richterskala erleben und sich eine Ausstellung zum Beben von 1964 ansehen. Beeindruckender als der Simulator ist der 40-minütige Film "Alaska the Great Land", der die Zuschauer mal gemächlich, mal in atemberaubenden Manövern über die Wildnis fliegen lässt. Der Film wurde mit einer speziellen Kameratechnik für die 180-Grad-Leinwand hergestellt.

Eine großstädtische Errungenschaft Anchorages ist die "5th Avenue Shopping Mall". Neben den üblicherweise in einem solchen Einkaufszentrum vertretenen Geschäften, gibt es in dem riesigen Gebäude auch einen so genannten "Food Court" mit einem breit gefächerten Angebot an Fastfood. Außerdem ist hier das "Education Center" des "Wolf Song of Alaska" untergebracht. Die dortige Ausstellung ist dem Wolf gewidmet, einem Tier, das in der Geschichte Alaskas oft zu Unrecht verteufelt wurde.

Im Anchorage Museum of History and Art werden im Zeitraffer die verschiedenen Geschichtsepochen Alaskas und die Lebenswelten seiner Bewohner präsentiert: Aleauten, Eskimos, Indianer, russische Pelzhändler, britische Walfänger und die Goldgräber.
Einen hervorragenden Einblick in die zeitgenössische Kultur der Ureinwohner Alaskas bietet das 1999 fertig gestellte "Alaska Native Heritage Center". Auf 2.600 Quadratmetern beherbergt es ein Kino, eine Ausstellungs- und Studiofläche und eine Bibliothek. Fünf Kulturkreise, die Tlingit, Haida und Tsimshian des Südostens, die Aleauten, die Athabasca-Indianer des Landesinneren, die Yup'ik von der Küste der Beringsee und die Inupiaq (Eskimos) des arktischen Nordens, werden mit Filmen und einer Ausstellung vorgestellt. Vertreter der einzelnen Volksgruppen üben in eigenen kleinen Werkstätten ihr traditionelles Kunsthandwerk aus und beantworten Fragen der Besucher.
Einen oder mehrere Drinks verspricht die Bar-Meile, ein wenig außerhalb gelegen, an der Spenard Road. Mit dem "Fly by Night Club", dem "Buckaroo Club" oder "The Underground" hat man hier zahlreiche Alternativen zur Auswahl, die alle nur einen kurzen Fußweg voneinander entfernt sind. So auch das "Koot's", so wird das "Chilikoot Charlie's" im Volksmund genannt, eine der bekanntesten Bars in Alaska mit derb-rustikaler Atmosphäre, Sägespänen auf dem Boden, Live-Musik und Fischernetzen unter der Decke.
Dort kann auch in langen Winter- oder kurzen Sommernächten die Kultur Alaskas studiert werden.

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